Landwirtschaft

Höhere Erträge durch natürliche Mittel

Alle Projekte von Dr. Bronner’s haben den Anspruch, die landwirtschaftlichen Rohstoffe nicht nur chemikalienfrei anzubauen: Seit Projektbeginn bedeutete die Bio-Zertifizierung von Serendipalm mehr als den Verzicht auf Kunstdünger, Pestizide und Herbizide. Uns ist es wichtig, einen geschlossenen Nährstoffkreislauf aufzubauen und Bauern bei der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit zu unterstützen. Wir sahen früh, dass unsere Kleinbauern, bedingt durch schlechte Pflege der Kulturen, nur sehr niedrige Flächenerträge an Palmfrüchten, sogenanntes Fresh Fruit Bunch (FFB) erzielten. So finanzierten unsere ersten Fair Trade Projekte zinslose Kredite, um Bauern das regelmäßige mechanische Unkrautjäten und Mulchen zu ermöglichen. Außerdem organisierten wir den Rücktransport aller pflanzlichen Produktionsabfälle auf die Felder, wo sie zur Düngung in Form von Mulch oder Jauche dienen. Ab 2013 finanzierte Serendipalm dann ein „Setzlingsprogramm“. Insgesamt wurden von unseren Bauern über 100.000 Setzlinge produktiverer lokaler Palmsorten zu zinslosen Krediten gepflanzt um mittelfristig ältere Palmen, oft der sehr ölarmen Durasorte, zu ersetzen. Zur Verbesserung der Artenvielfalt mussten Bauern auch andere Baumarten mit einpflanzen. Der Erfolg dieses Gesamtprogramms spricht für sich: Seit 2010 ist der Durchschnittsertrag an FFB von 7,5 auf 11,2 Tonnen pro Hektar angestiegen und damit auch der von den Bauern erzielte Profit pro Fläche. Und dies ausschließlich mit „natürlichen“ Methoden!

Dynamic Agroforestry – ein Konzept mit Zukunft

Auch wenn typische Palm- und Kakaofelder bei Serendipalms Bauern nur 2-3 ha groß sind, umgeben von Kleinflächen mit anderen Früchten, so sind sie doch kleine Monokulturen. 2016 stießen wir auf das Konzept der „dynamic agroforestry“ (DAF), also dem hoch artenreichen Anbau von Kakao, Ölpalme und anderen Pflanzen in stratifizierter Mischkultur. Sie simuliert die Sukzession von Bäumen in natürlichen Regenwäldern und optimiert die Nutzung des Sonnenlichtes und der Bodenflora und -fauna. Die Vorteile: die im Vergleich zur Ölpalm- oder Kakaomonokultur viel höhere Pflanzendichte erzielt hohe Flächenerträge. So diversifizieren Bauern ihr Einkommen, reduzieren das Risiko von Ernteausfällen und erzeugen, außer Exportprodukten wie Kakao und Palmöl, auch Früchte für Selbstverzehr und den einheimischen Markt. Die Artenvielfalt reduziert den Schädlingsdruck. Und schließlich bindet das hohe Pflanzenwachstum pro Fläche mehr atmosphärisches CO2 als Monokulturen. In Zusammenarbeit mit den deutsch-bolivianischen DAF-Experten von ECOTOP (www.ecotop-consult.de/) begannen wir Ende 2016 ein Programm, das Bauern beim Neupflanzen von Nutzflächen nach dem DAF-Konzept unterstützt. Zunächst bepflanzten wir unsere beiden eigenen Demo-Felder, 3 bzw. 6 ha groß. Das folgende Bild zeigt das 3 Ha Feld in der Nähe von Abaam, gepflanzt Anfang 2017.

Schulung durch ECOTOP und unsere eigenen Agro-Ingenieure unterstützen die Bauern bei der Umsetzung. Und, da das Pflanzen von gemischten Agroforstflächen arbeits- und materialaufwendiger ist als von Monokulturen, unterstützen wir die Bauern bei der Finanzierung. Natürlich erfordert das großflächige Umsetzen des DAF-Konzeptes auch die Schulung von Feldarbeitern und die Unterstützung beim Vermarkten zusätzlicher Produkte. Nach 2 Jahren direkter Erfahrung in Ghana und beim Schwesterprojekt Serendicoco in Samoa, halten wir DAF für eine der vielversprechendsten Optionen bei der Stärkung der kleinbäuerlichen Land- und Forstwirtschaft in den Tropen – mit möglichem Potential, den Klimawandel zu bremsen. So ist es nur konsequent, dass Dr. Bronner’s mit Hilfe von Donoren in der EU und den USA, das DAF-Konzept in Ghana und in Samoa so schnell wie möglich verbreiten will.

Die Galerie gibt einen Einblick in die Arbeit unserer Fair Trade und Bio Bauern.

 

 


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