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Lastmotorräder für Bauernvereine

Es gibt viel zu tun bei der nachhaltigen Entwicklung der Kleinbauernlandwirtschaft in Ghana. Am effektivsten geschieht dies, wenn Mitglieder aller Interessengruppen – Bauern, Verarbeiter, Endkunden – zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel ist das jüngste Fair Trade Projekt von Serendipalm. Mit der Fair Trade Prämie, die Serendipalms Kunden mit dem Ölpreis zahlen, wurden 15 motorisierte dreirädrige Lastmotorräder für 11 Bauernvereine finanziert. Sie repräsentieren über 500 Kleinbauern, von denen Serendipalm seine Bio-Palmfrüchte bezieht. Projektgesamtkosten: ca 26,000 €.

Samah Arkaifie, Serendipalms Fair Trade Koordinatorin war verantwortlich für die Durchführung des Projektes, das die Bauernvertreter vorgeschlagen hatten. Sie erklärte bei einer der Übergabefeiern, dass viele Kleinbauern in der Gegend keinen Zugang zu kostengünstigem Transport ihrer Palmfrüchte, Kakaobohnen und anderer Feldfrüchte haben. Mit den geländegängigen und robusten Motorrädern können Bauernvereine nun solche Transporte gegen eine geringe Gebühr durchführen. Dies verbessert den Marktzugang und erlaubt den Bauern, ihre Produkte erntefrisch in die Weiterverarbeitung zu bringen. Serendipalm profitiert ebenfalls hiervon, da jetzt auch Früchte von kleineren und entlegeneren Feldern kostengünstig und zügig in der Ölmühle in Asuom abgeliefert werden können.

Kwasi Adjei, ein Bauernvertreter aus Bomso lobte das schnelle Entscheiden und Handeln des Komitees und versprach, dass sich die Vereine, in ihrem eigenen Interesse um die Instandhaltung der Motorräder kümmern werden. Er bestätigte, dass die Fahrzeuge den Transport von Palmfrüchten in die Ölmühle stark erleichtern und das abgelieferte Fruchtvolumen vergrößern werden.

Neue Mobilität im ländlichen Ghana

Dieses Fair Trade Projekt zeigt, wie schnell das Komitee auf neue Entwicklungen reagiert. Traditionell wurden Motorräder in Ghana eher wenig genutzt. Seit ca. 3 Jahren werden verstärkt motorisierte Dreiräder aus China angeboten, in guter Qualität. Diese dürften in den nächsten Jahren das ländliche Transportsystem revolutionieren, vor allem für kleinere Unternehmen und Bauern. Außerdem eignen sie sich hervorragend zum Transport der ganzen Familie – und sind dabei umweltfreundlicher als ein qualmender Traktor mit Hänger oder ein alter Bus. Die Idee, die Bauernvereine auf diese Art mobiler zu machen kam erst Mitte 2018 auf – und wurde wegen des offensichtlichen Nutzens für alle zügig umgesetzt.


 

Neues

Neue Maschine

Seit Ende Februar 2018 gibt es bei Serendipalm eine neue Maschine, den sogenannten Dekanter. Er setzt eine schon längst überfällige Verbesserung in der Produktion um. Bisher mischten wir das in den Schaubenpressen produzierte Pressgut, einen Schlamm von Öl und Fruchtresten (Fasern und Fruchthäute) mit Wasser und kochten es dann in großen Stahltanks, sogenannten Clarifiers, für 3 Stunden. Das Öl stieg nach oben, Wasser und Feststoffe setzten sich am Boden ab. Dieser traditionelle Trennungsprozess basiert auf der unterschiedlichen Dichte von Öl, Wasser und Feststoffen und funktionierte gut war aber nicht sehr effizient. Neben den langen Zykluszeiten war die schlechte Phasentrennung nicht akzeptabel. Ein hoher Anteil der Ölproduktion landete letztlich im Produktionsabwasser und erhöhte unsere Produktionskosten. Unser neuer Dekanter der Firma Flottweg ist eine Zentrifuge, die die beiden Phasen ebenfalls aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichte trennt. Jedoch sind bei 4300 Umdrehungen pro Minute die Trennkräfte sehr viel höher als die Schwerkraft – bis zu 4000 g, d.h. dem viertausendfachen des Normalgewichtes. Bei solchen Kräften werden mehr als 90% des Öls aus dem Pressgut geschleudert. Man erhält ein hochreines Öl und eine klebrige Feststoffmasse mit mehr als 50% Feuchtgehalt aber minimalem Ölgehalt.

Das Produktionsteam ist vom Dekanter begeistert. Der Durchsatz ist viel höher als bei den vier bisher genutzten Stahltanks zusammen. Kein Feuermachen und kein Hin- und Hertragen von Pressgut und Öl sind mehr nötig. Die Mitarbeiter, die bisher die Clarifier betrieben haben können nun, bei steigender Produktion, in anderen Prozessschritten arbeiten. Und, wie erhofft: seit Inbetriebnahme ist unsere Ölausbeute – Rohölgewicht pro Gewicht eingesetzter Palmbüschel – deutlich gestiegen, von bisher ca. 16.5% auf über 18%, also um ca. 10%. Entsprechend sind unsere Produktionskosten gefallen. Ein unerwarteter Nebeneffekt des Dekanters: das Rohöl ist erheblich schmackhafter als vorher, was Serendipalm jetzt den Markt für Palmöl in Lebensmittelqualität eröffnet. Unsere Entscheidung für den Dekanter veranschaulicht unsere Einstellung zur Technologie: wir arbeiten dort von Hand, wo es sinnvoll und nützlich ist, wir benutzen Technologie, um unnötige Verschwendung zu vermeiden oder Prozesse zu verbessern, die händisch einfach nicht klappen.